Ökumenisches Gebet in Zeiten der Corona-Krise

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Kirchenpräsident Dr. h.c. Christian Schad

 

Treuer und barmherziger Gott!

Du gibst Zuversicht,wenn sich in uns Unsicherheit breitmacht.

Du bist uns nahe, wenn wir auf Distanz zueinander gehen müssen.

Du hältst uns in deiner Hand, wenn wir den Halt zu verlieren drohen.

Zu dir kommen wir mit unseren Sorgen und Ängsten, aber auch mit unserer Hoffnung auf deine Hilfe.

Zu dir kommen wir im Wissen darum, dass wir nicht alleine zu dir beten, sondern getragen sind von der großen Gemeinschaft aller, die dir und deinem Wirken vertrauen.

 

Wir bitten dich:

für alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind;

für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind und nach Halt suchen;

für alle Verstorbenen und für die, die um sie trauern;

für alle, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und um ihre Existenz fürchten;

für alle, die sich überfordert fühlen.

Sei ihnen allen nahe und schenke ihnen Heilung, Trost und Zuversicht, den Verstorbenen aber schenke das Leben in deiner Fülle.

 

Wir bitten dich:

für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken, Seniorenheimen und Hospizen;

für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft;

für alle, die uns Tag und Nacht mit dem versorgen, was wir zum Leben brauchen;

für alle, die ehrenamtlich Familien sowie alten und gesundheitlich beeinträchtigten Menschen helfen;

für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die den Menschen Gottes Frohe Botschaft zusagen.

Sei auch ihnen nahe und schenke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.

 

Auch bitten wir dich für uns selbst:

Lass uns trotz aller Sorge um das eigene Wohlergehen den Blick für die anderen nicht verlieren und ihnen nach Kräften beistehen.

Stärke in uns die Bereitschaft, Einschränkungen in Kauf zu nehmen, und lass uns so das Unsere dazu beitragen, dass andere Menschen nicht gefährdet werden.

Erhalte in uns die Hoffnung auf dich, unseren Herrn und Gott, der uns tröstet wie eine liebende Mutter und der sich aller Kranken und Not Leidenden annimmt.

Dir vertrauen wir uns an.

Dich loben und preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.

Amen.


Corona- Präventionsmaßnahmen

 

- Die Konfirmation an Palmsonntag, dem 5. April findet nicht statt. Sie wird auf Palmsonntag 2021 verschoben.

 

- Die Treffen der Goldenen Konfirmandengruppen werden vorläufig nicht stattfinden.

 

- Alle anderen Gruppen und Kreise, Frauenstammtisch, Kindergruppe, Chor, finden ebenfalls bis auf Weiteres 

  nicht statt.

 

- Gottesdienste dürfen bis auf Widerruf nicht mehr gefeiert werden.

 

  Bestattungen

  Trauerfeiern in der Friedhofshalle sind vorerst nicht mehr zulässig.

  Bestattungen im engsten Familienkreis dürfen jedoch weiterhin direkt am Grab im Freien 

  stattfinden.

 

 

 

Ältere Menschen, die vor Ort keine Angehörigen haben, können sich für Besorgungen und Einkäufe gerne an das Pfarramt wenden, Tel. 64131.

Für Gespräche bin ich jederzeit telefonisch erreichbar.

 


 

INFORMATIONEN

Unter nachfolgendem Link können Sie beim Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz jeweils die tagesaktuellen Fallzahlen der vom Corona-Virus Infizierten für die verschiedenen Landkreise und Städte einsehen.


14. März 2020
Oberkirchenrätin Dorothee Wüst schreibt in Facebook:
Was machst du gerade, fragt mich Facebook. Ich sitze vor dem Bildschirm und versuche, die Gedanken und Empfindungen der letzten 24 Stunden zu sortieren:
Das Gefühl, von einer Lawine überrolt zu werden, die schnelle Entscheidungen erforderlich macht und das Hirn auf Hochtouren laufen lässt.
Die Unsicherheit, ob es die richtigen Entscheidungen sind und ob sie in dieser Situation wirklich helfen, ob wir nicht morgen schon wieder ganz neue Entscheidungen treffen müssen.
Die Dankbarkeit für so viele Menschen, die in der Krise nicht den Kopf verlieren, sondern nach guten und kreativen und menschenfreundlichen Lösungen suchen.
Das Mitgefühl mit all denen, die wegen all der Absagen so richtig in Existenznot sind - von der Gastronomie über die Schausteller bis hin zu den Kulturschaffenden.
Die Hoffnung, dass es uns als Kirche auch ohne körperliche Nähe gelingt, Gemeinschaft zu stiften und füreinander da zu sein, weil wir es gerade jetzt doch so sehr brauchen.
Die Gedanken an all die, die gerade in Gesundheitsämtern und Kliniken alle Hände voll zu tun haben und über ihre Grenzen gehen, um diese Herausforderung zu meistern.
Die offene Frage, wie lange dieser "Ausnahmezustand" unseren Alltag auf den Kopf stellen wird und wieviel Durchhaltevermögen notwendig sein wird.
Die Anteilnahme für all die, die infiziert oder in Quarantäne sind und deshalb mit ganz eigenen Ängsten zu kämpfen haben.
Und immer wieder ein Stoßseufzer zum Himmel, dass Gott uns seinen Geist gibt, damit wir Kraft und Liebe und Besonnenheit spüren - für uns und für die Menschen, für die wir da sein wollen.
Morgen früh werden an manchen Orten nach reiflicher Überlegung Gottesdienste stattfinden, an anderen aus guten Gründen nicht. Aber gleichwie hoffe ich auf Glocken, die dennoch oder gerade deshalb läuten, überall zu hören sind und Menschen im Gebet versammeln - egal wo sie sind. So dass wir für einen Moment gemeinsam innehalten, all das, was unsere Seele in diesen Tagen plagt, in Gottes Hand legen und daraus Kraft schöpfen für die Tage, die kommen.
Was machst du gerade, fragt mich Facebook.
Ich sitze vor dem Bildschirm und wünsche uns allen wenigstens auf diesem Weg, dass wir gesund und behütet bleiben!
Diesem Wunsch, dass wir alle gesund bleiben mögen, kann ich mich nur von Herzen anschließen.
Verhalten wir uns verantwortungsvoll, verständnisvoll und miteinander solidarisch.
Pfarrerin Barbara Traub